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50 Jahre Beat-Club bei Radio Bremen

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Westdeutschland 1965: Ludwig Erhard wird wieder zum Bundeskanzler gewählt, die britische Queen besucht die Bundesrepublik, Werder Bremen wird deutscher Fußball-Meister. An 7,5 Millionen Fernsehgeräten können die Bundesbürger all das verfolgen. Und sie kommen in dieser Zeit in den Genuss der Straßenfeger-Krimis von Durbridge oder von Familienserien wie "Die Unverbesserlichen" – wenn sie nicht gerade bei TV-Quizsendungen wie "Rate mit, reise mit" dabei sind. Ansagerinnen wie Claudia Doren verkünden den geneigten Zuschauern, was sie als nächstes zu erwarten haben.
Doch am 25. September 1965 bekommen die Bürger etwas auf die Mattscheibe, das anders ist. So anders, dass man sie davor lieber warnte:

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Am 25. September 1965, einem warmen Samstag im Herbst, ging der Beat-Club auf Sendung. Er kam aus Bremen, von der kleinsten Rundfunkanstalt der ARD – Radio Bremen war spätestens jetzt ein Programmlabor für Neues. Die Moderatoren: Uschi Nerke, eine Architektur-Studentin, die als "Karina" früher Schlager sang, und der DJ und spätere Musikproduzent Gerd Augustin. Die beiden wurden von heute auf morgen so etwas wie das Gesicht der Musik-Revolution.

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Vor 300 tanzenden Gästen im Studio sangen: die "Yankees" aus Bremen, die rein weiblichen "Liverbirds" und "John o'Hara and his Playboys". 30 Minuten ohne Superstars – trotzdem eine halbe Stunde, die in der Fernsehgeschichte einschlug wie eine Bombe. Das Publikum ging mit, blieb dabei und wurde größer und größer. Das sprach sich auch in der Musikwelt herum. Es dauerte nicht lange, bis Stars wie die "Lords", "Gerry and the Pacemakers" oder "Sonny & Cher" ins Studio 3 von Radio Bremen kamen. Die Sendung hatte ihren Durchbruch geschafft.

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Die Rattles starteten ihre Karriere im selben Jahr wie der Beat-Club. Achim Reichel war der Leadsänger der deutschen Beat-Promis und bei einer der ersten Sendungen dabei.

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Achim Reichel im Gespräch mit Radio-Bremen-Reporterin Lena Döring am Rande des Geburtstagskonzerts zum 50. Jubiläum.

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Die Go-Go-Girls wurden ein Markenzeichen der Sendung. Regisseur Mike Leckebusch wollte sie unbedingt in der Show haben. Dazu suchte er acht bis zehn Mädchen – mehr als 1.000 Mädchen haben sich beworben.

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Nach kurzer Zeit war der Beat-Club etabliert – auch eine Leistung des Ausnahmetalents Mike Leckebusch. Er war Erfinder und Regisseur der Sendung und beim Start gerade 28 Jahre alt. An die Stelle von Gerd Augustin trat ab Sendung sieben Dave Lee Travis, später folgten Dave Dee und Eddi Vickers. Nur Uschi Nerke blieb, und sie ist bis heute das Gesicht des Beat-Clubs.

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Die Samstags-Sendung aus Bremen war keine reine Musik-Show. Von Anfang an gehörten News aus der Welt von Beat und Pop dazu, wobei die Beiträge einen klaren Fokus auf Großbritannien hatten. Dort schlug das europäische Musik-Herz, dorthin schickte die Bremer Redaktion Korrespondenten und von dort wurde auch einige Male gesendet. In einer Folge aus London fragt Uschi Nerke das deutsche Au-Pair-Mädchen Barbara unter anderem, wie es das Königreich mit Miniröcken hält.

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... auch wenn ihre Freundin davon noch gar nichts wusste. Nicht alle älteren Menschen reagierten so neutral wie diese Damen. "Anfangs wurden wir verlacht und verspottet, wie die vielen Leserzuschriften von überwiegend älteren Herrschaften bewiesen. Sogar schwarz umrandete Trauerbriefe erhielten wir", erinnerte sich Moderator Gerd Augustin später.

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Auch die "Equals" waren dabei. Für sie schuf der Beat-Club eine ziemlich spezielle Kunstform: das Musikvideo mit Heimatbezug – mit british-style Bobbys im betulichen Bremer Schnoor. Mit solchen Einspielern wurde der Beat-Club im jungen deutschen Musikfernsehen so stilbildend wie später mit den legendären psychedelischen Farb-Effekten.

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Das sagt Beat-Club-Urgestein Jörg Sonntag über die "Pretty Things". In Wirklichkeit sagte der Radio-Bremen-Redakteur sogar: Die waren richtig schmutzig. Ihr tatsächlich etwas beschmutztes Images hatten sie sich ehrlich verdient. Die Musik war hart, die Bühnenshows ausschweifend – genau richtig für den Beat-Club, der den Trends nie hinterherlief. Dass die "Pretty Things" 1970 in derselben Sendung auftraten wie Cat Stevens, zeigt, wie undogmatisch die Macher an die Sendung gingen.

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Dick Taylor und Phil May von den "Pretty Things" erzählen, warum der Beat-Club wichtig für viele Karrieren war, warum die Hippies Recht hatten und wie Musik noch heute Gesellschaftskritik sein kann. 

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Über seine ganze Lebenszeit war der Beat-Club ein Mega-Erfolg. 1970 hatte die Reihe enorme Bekanntheitswerte, wie der "Spiegel" damals schrieb: 

"Der 'Beat-Club' von Radio Bremen, für 70 Millionen Zuschauer in rund 30 Länder – darunter Finnland, Ungarn, Thailand und Tansania – exportiert, wird regelmäßig von 63 Prozent der Deutschen unter 30 gesehen. Und 55 Prozent der von Infratest befragten Teens und Twens halten die Sendung, in der Regisseur Michael Leckebusch, 33, mit verzerrten Perspektiven und Trickpult-Effekten optische Elektroschocks zur Musik verabreicht, für 'ausgezeichnet' oder 'gut'."
(Der Spiegel, 15. Juni 1970)

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Peter Maffay erinnert sich gut an die Zeit vor 50 Jahren: "Als der Beat-Club ins Leben gerufen wurde, war das eine Revolution". Und die Musik, findet Maffay, hatte damals noch mehr eine gesellschaftliche Funktion als heute. Aber erstmal freut er sich auf das Jubiläumskonzert zum 50. Geburtstag: "Das ist für uns ein Sandkasten!"

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Radio Bremen produzierte zwischen 1965 und 1972 insgesamt 83 Sendungen mit jeweils 30 Minuten Länge, später 60 Minuten. 83 Mal klebte die junge Zielgruppe am Bildschirm. 83 Mal war für das Publikum vieles neu. 83 Mal hat der Beat-Club aber auch daran gearbeitet, dass seine Musik alltäglicher wurde, dass Beat viel breitere Akzeptanz fand und die junge Generation sich medial selbstbewusst vertreten fühlte. Mission erfüllt? Vielleicht. Das musste aber nicht unbeding heißen, dass das Format "Musikfernsehen" seinen Dienst getan hatte.

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Es war kein Abschied für immer. Als der letzte Beat-Club am 9. Dezember 1972 zum letzten Mal ausgestrahlt wurde, hatte Radio Bremen das Erbe längst geregelt. Nur vier Tage später ging der erste Musikladen auf Sendung, und das Format erbte auch den Erfolg. Uschi Nerke blieb dabei, Manfred Sexauer trat dazu.

Aber das ist eine andere Geschichte ...

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Mitwirkende und Impressum

Vollbild

Mitwirkende dieser Multimedia-Produktion:

AUTOR
Boris Hellmers-Spethmann

VIDEO-INTERVIEWS
Lena Döring

BILDANIMATIONEN
Martin von Minden

REDAKTION
Jörg Sonntag

ASSISTENZ
Sylvia Andreassen

MULTIMEDIA-KOORDINATION
Michael Reimann

BILD- UND FILMQUELLEN
Jutta Vialon, WDR, Radio Bremen

© 2015 Radio Bremen

Mitwirkende des Jubiläumskonzerts "50 Jahre Beat-Club":


KAMERA
Udo Rachow
Lür Wangenheim
Rainer Kott
Jörg Brendel
Alexander Liebler
Jens Stumper
Thomas Lippick

BILDMISCHUNG
Ann-Kathrin Nebel

BEARBEITUNG
Christoph Heier

BILD
Studio Berlin
Michael Siebert

TONINGENIEUR
Klaus Schumann

TONMISCHUNG UND MASTERING
Dieter Krauthausen
Uwe Lösekann
Hajo Burgdorf

MUSICAL DIRECTOR
Helmut Krumminga

GRAFIK
Joscha Humann

AUFNAHMELEITUNG
Katrin Schäfer
Sandra Schade

STAGE
Barry Shattock

LICHT
Jens Wiegandt
Adrian Gediga

PRODUKTIONSLEITUNG
Hannah Lenitzki

MULTIMEDIA-KOORDINATION
Michael Reimann

REDAKTIONSASSISTENZ
Sylvia Andreassen

REGIEASSISTENZ
Yves Bilsing

REGIE
Jörg Sonntag

REDAKTION
Thomas von Bötticher

Eine Produktion von
Radio Bremen
© 2015

Das Impressum finden Sie hier.

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Übersicht

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Kapitel 1 VORSPANN

X1 claudia doren 1962

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Kapitel 2 DER ANFANG

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Kapitel 3 AUFBRUCH

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Kapitel 4 DAS FINALE

X beat club 19   studiaufbau 001 %28c%29 radio bremen   jutta vialon

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Kapitel 5 MEHR

4 generation beat club

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